Mittwoch, 22. September 2010

Air Berlin Flight AB 7161 von BKK nach Berlin




Steward: Kopfhörer, Kopfhörer
Passagier aus Schweden: Here!

Steward übereicht dem Schweden ein Set Kopfhörer und wartet

Passagier aus Schweden: Nimmt den Kopfhörer und denkt, das war‘s dann erst einmal.
Steward: Ich bekomme drei Euro!
Mann aus Schweden: What?
Steward: 3 Juro pliese!
Mann aus Schweden: Gibt die Kopfhörer genervt zurück.
Steward: Ssssss (schüttelt den Kopf und wackelt eingeschnappt von dannen)

Ich komme von der Toilette zurück, die in meinem Bereich bedienende Stewardess kniet vor ihrem Trolley und putzt ganz konzentriert eine ausgelaufene Soße weg. Ich warte hinter ihr – unbemerkt ca. eine Minute, bis sie endlich den Gang freigibt. Als ich endlich weiterlaufen kann, schnellt sie zurück und tritt mir auf den Fuß.
„Hoppla!“ sagt sie, statt „Entschuldigung“ und zwar leicht genervt, dass ich verstehe, in diesem Flugzeug gibt es kein Pardon.

Dieselbe Stewardess Stewardess: Kaffee? Tee?
Bastian: Coffii pliese!
Stewardess: Wieso reden Sie eigentlich immer Englisch mit mir? Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass das ein deutsches Flugzeug ist? Lacht amüsiert…
Bastian: Ach, ich habe jetzt 2 Jahre im Ausland gelebt, da kommt mir das einfach so über die Lippen …

Stewardess: Na wie gut dass Sie wenigstens ihr Deutsch nicht verlernt haben. Sie fragt dann den verwirrten schwedischen Mann neben mir, der seinen Asienurlaub abbrechen musste, um an einer Beerdigung in Stockholm teilzunehmen“ Baileys oder Whisky?
Bastian: Er spricht wirklich nicht Deutsch!

Mann aus Schweden: Oh, I stopped drinking 18 years ago, Coffee please! Stewardess: With Milk? Ach, hat er ja noch…

2 Stunden später, Essen wird serviert
Stewardess: Pasta oder Hähnchen?
Mann aus Schweden brabbelt etwas Unverständliches

Stewardess: PASTA ODER CHICKEN?
Mann aus Schweden: Chicken please!

Stewardess: Ach, ich hab gar keinen Chicken mehr. Ruft zur ihrer Kollegin rüber: Hast du noch Chicken?
Mann aus Schweden brabbelt wieder

Andere Stewardess: Was will er?

Stewardess: Chicken.

Andere Stewardess: Hier ist der Chicken, will er noch was? Ach, wenn auch, das haben wir hier eh nicht an Board. (Gackert über ihren eigenen Witz…) 

Sonntag, 12. September 2010

Mach deine Seele frei! Buddhistische Sichtweisen nach dem Terror der Roten Khmer



Als ich vor einigen Wochen angefragt wurde, ein Seminar zu geben für die Volontäre, die nach Kambodscha gekommen sind, um hier ein Jahr im Rahmen des von der Bundesregierung aufgelegten Programms „Weltwärts“ zu arbeiten, musste ich nicht lange überlegen, worüber ich mit den Neuankömmlingen sprechen wollte. Zur selben Zeit brachte mir eine Freundin einen Artikel über den Buddhismus und die Roten Khmer aus Deutschland mit, der in der ZEIT veröffentlicht wurde. Susanne Mayer, in der ZEIT seit vielen Jahren und mit großer journalistischer Sensibilität für Südostasien zuständig, beschreibt darin ein Interview mit dem Mönch Monychenda Heng über die Gräuel der Roten Khmer, das ich hier gekürzt und mit eigenen Anmerkungen versehen wiedergebe. Denn selten haben zwei Menschen so grundsätzlich aneinander vorbeigeredet. Selten waren die Fragen so groß und die Unterschiedlichkeiten der Kulturen so eklatant, dass der Diskurs über Liebe und Leid, Vergebung und Gerechtigkeit nur weitere Missverständnisse hervorbringen konnte. Das Nichtverstehen wurzelt meiner Ansicht nach in der fehlenden Übernahme des kulturellen Kontextes des jeweils anderen. Statt eines Dialogs entlässt das Interview zwei Monologe in die Welt.

Ich verleihe diesem Artikel eine dritte Stimme und möchte so zu dem Verständnis beitragen, dass Begriffe wie Gerechtigkeit, Vergeltung und Aufarbeitung des Terrors in der Gegenwart Kambodschas und seiner buddhistischen Prägung keine sinnstiftende Bedeutung haben.

DIE ZEIT: Zum ersten Mal seit der Schreckensherrschaft der Roten Khmer wird jetzt ein Massenmörder des Regimes Pol Pot bestraft. (...) Durften Sie als Buddhist auf Vergeltung hoffen?

Monychenda Heng: Die alten Schriften sagen: »Er hat mich misshandelt, er hat mich geschlagen, er hat mich erniedrigt: Wer solchen Gedanken folgt, in dem stirbt der Hass nie.«

Bretthauer: Vergeltung blickt vom Wesen her auf Vergangenheit zurück. So ist auch die Seele, die auf Vergeltung hofft, im buddhistischen Denken noch immer in der schmerzhaften Vergangenheit verhaftet, unfrei. Die Botschaft des Mönchs aber ist: „Mach deine Seele frei!“

ZEIT: Können Sie Duch vergeben?

Monychenda: Buddha lehrt den vierfachen Weg zur Erlösung: durch liebevolle Hingabe – Metta, durch Mitgefühl – Karun, durch Freude – Mudit, durch Gleichmut und Gesetz – Upekh. Ihr Begriff der Vergebung zielt auf Metta und Karun. Aber natürlich gehört auch das Gesetz dazu.

ZEIT: Der Buddhismus verlangt von den Menschen Friedfertigkeit. Heute hört man, das habe die Kambodschaner unfähig gemacht, sich gegen den Terror der Roten Khmer zu wehren. Hat der Buddhismus die Menschen wehrlos gemacht?

Monychenda: Nein. Der Mensch ist ja nicht in erster Linie ein religiöses Wesen. Er wird als Mensch geboren. Und fast jeder von uns hat Furcht vor dem Tod, wir sind ausgestattet mit einem Instinkt zum Überleben. Die Frage ist doch: Was dient dem Überleben? Möglicherweise Widerstand. Vielleicht aber auch Anpassung. Das kann bedeuten: Ich folge dem Widersacher.

ZEIT: Widerstand gegen den Terror der Roten Khmer scheint es fast gar nicht gegeben zu haben. Die kommunistischen Kader versklavten die Bevölkerung, eine Million Menschen wurde abgeschlachtet. Warum versuchten so wenige zu fliehen?

Bretthauer: Demokratisches Kampuchea, wie die Roten Khmer ihr Staatswesen von 1975 bis 1979 bezeichneten, war ein durch und durch totalitärer Staat. In ihm waren Widerstand oder Flucht, jene andere Art dem Grauen zu begegnen, aufgrund des Totalitarismus für viele Kambodschaner keine verfügbare Handlungsoption. Das lässt sich ja trefflich aus der deutschen Geschichte lernen. Hitler wurde letztlich nicht von innen, sondern von außen besiegt.

Monychenda: Manche versuchten, über die Grenze nach Thailand zu fliehen – und kamen um. Einige leisteten Widerstand – und starben. Andere wollten gehorchen, aber waren schon zu schwach, um die Befehle auszuführen – und man brachte sie um. Selbst wer gehorchte, konnte getötet werden.

ZEIT: Sie meinen, es gab nur schlechte Alternativen? Etwa die Hälfte der zwei Millionen Tote starb an Auszehrung, Krankheit, Verzweiflung.

Monychenda: Was braucht der Mensch zum Leben? Der Buddhismus sagt: Essen, Liebe, Respekt. Das Wichtigste ist es doch, am Leben zu bleiben. Wer nicht überlebt, kann gar nichts tun.

ZEIT: Es herrschte Hungersnot. Die Clique um Pol Pot hatte eine blühende Bauernrepublik errichten wollen, und als das scheiterte, verdächtigte man immer mehr Menschen der Sabotage im Auftrag der CIA, der Vietnamesen, des KGB. Das Volk wurde zum Feind.

Monychenda: Wir wurden getrennt von unseren Familien, vertrieben aus unserem Zuhause, wir wurden so zu jemand vollkommen anderem.

ZEIT: Wodurch konnte man überleben?

Monychenda: Wir trennten uns von unserem Reichtum, um unsere Glieder zu retten. Wir opferten unsere Glieder, um zu überleben. Einige opferten ihr Leben der Rechtschaffenheit, aber das waren Menschen, deren Seele weit entwickelt war. Das war kein Weg für jeden.

ZEIT: Wo waren Sie damals?

Monychenda: Genau hier, im Kloster, in Wat Anlongvil in Battambang. Im Jahr 1975, als die Roten Khmer die Hauptstadt Phnom Penh einnahmen, war ich 17 Jahre alt und Mönch.

ZEIT: Welcher der skizzierten Wege war der Ihre?

Monychenda: Ich fiel in völlige Verwirrung. Man deportierte die Mönche, es hagelte Befehle, niemandem kam es in den Sinn, sich zu widersetzen. Kämpfen hätte ja auch nicht unbedingt bedeutet, zu entkommen oder gar Gerechtigkeit zu erlangen.

ZEIT: Was hieß damals Gerechtigkeit?

Monychenda: Jeder musste das Gleiche anziehen und das Gleiche essen und gleich viel arbeiten. Außer dem Anführer. Der arbeitete weniger und aß mehr. Auf den Versammlungen kritisierten wir den Anführer. Mit welchem Erfolg? Ich wurde in ein anderes Lager überstellt, 20 Kilometer weg, und musste dort in einer noch schlimmeren Situation arbeiten. Andere, die für Gerechtigkeit ihre Stimme erhoben hatten, wurden dafür umgebracht.

ZEIT: Was bedeutet Gerechtigkeit heute? Wie wäre sie nach den Jahren der Straflosigkeit herstellbar?

Monychenda: Durch ein besseres Leben der Menschen. Durch die Anstrengung, in diesem Land sozialen Frieden zu gewinnen.

ZEIT: Der Internationale Gerichtshof in Phnom Penh hat jetzt nicht nur Duch verurteilt, sondern auch die Ermittlungen gegen fünf weitere Hauptverantwortliche des Terrors abgeschlossen. Bald könnte ein zweites Verfahren folgen. Ist das nicht auch ein Fortschritt in Sachen Gerechtigkeit?

Monychenda: Die Kambodschaner benutzen das Wort »Gerechtigkeit« nur für die Ebene der Justiz. Aber im Alltag heißt es in unserem Land eben vor allem: Essen. Die Armutsgrenze liegt bei einem halben US-Dollar pro Tag.

ZEIT: Der Krieg hat das Land im Elend zurückgelassen. Aber das kambodschanische Recht wurde entwickelt und konnte neben dem Völkerrecht und den Menschenrechten als Grundlage für diesen Prozess dienen. Sind Sie stolz darauf?

Monychenda: Der Westen spricht gern von Menschenrechten, er buchstabiert sie aus, wir lesen das Ergebnis. Ja, es ist gut. Nur: Im Buddhismus braucht man keine 32 Paragrafen, uns reichen fünf Regeln. Nämlich: Ein richtiges Leben führen. Mit seinem Partner eine erfüllte Sexualität leben. Nicht lügen. Keiner Sucht anhängen. Und am wichtigsten: Nicht töten. Buddhisten suchen gewaltfreie Konfliktlösungen.

Bretthauer: Das kambodschanische Recht wurde nicht in Kambodscha entwickelt, sondern im Westen und anschließend importiert. Selbst das Konzept der allgemeinen Menschenrechte ist bis heute vielen Kambodschanern fremd.

(…)

ZEIT: Aber Sie müssen den Buddhismus erst wieder aufbauen nach der Ära Pol Pot.

Monychenda: Ja, der Buddhismus wurde sehr geschwächt. Vor 1975 gab es rund 50.000 Mönche in diesem Land. Alle wurden ihrer Roben entkleidet, die meisten umgebracht. Heute haben wir in etwa wieder dieselbe Anzahl von Mönchen wie vor den Morden, allerdings bei einer viel größeren Bevölkerungszahl. Damals gab es sieben Millionen Kambodschaner, heute sind es fast 13 Millionen. Wir haben hinsichtlich des Buddhismus eine Bildungslücke von 20 Jahren und versuchen nun, junge Mönche zur Ausbildung nach Birma oder Sri Lanka zu schicken. Aber wir sind auch betrübt, dass wir nicht so viel helfen können wie nötig.

ZEIT: Welche Ratschläge erteilen Sie?

Monychenda: Etwa 95 Prozent der Kambodschaner sind Buddhisten. Wir erklären ihnen, dass man heute das wiedererlebt, was man einst getan hat. Das verstehen wir unter Kharma. Wir lehren, dass das, was man heute tut, einem in der Zukunft widerfahren wird. Dies ist das Gesetz des Dharma. Der Kern des Buddhismus besteht in solchen Gesetzmäßigkeiten. Es gilt: Wenn du jemanden tötest, wirst du womöglich auch getötet werden.

ZEIT: Welche Kraft haben diese Gesetze?

Monychenda: Nun, in Ihrem Teil der Welt muss ein Gesetz ja durchgesetzt werden. Wir aber denken, dass die Gesetzmäßigkeiten in unseren Instinkten angelegt sind. Es geht also ums Überleben. Werden wir genug zu essen haben, wird das Land uns gehören? Solche Fragen müssen Sie sich in Deutschland gar nicht stellen. Sie machen sich vielleicht Sorgen, wir aber haben Angst.

Bretthauer: Das ist, wie ich finde, wirklich eine wunderbare Antwort von Monychenda, in der klar wird, dass die buddhistischen Prinzipien Kharma und Dharma auf eine Kausalität bauen, in der dem Bösen Böses folgt und dem Guten Gutes. Das Äquivalent des westlichen Gerichtshofs, in dem Vergangenheit aufgearbeitet wird, ist im östlichen Denken die Frage: Wie handeln wir jetzt in der Gegenwart?

ZEIT: Angst beherrscht auch das Leben vieler überlebender Kambodschaner, sie sind traumatisiert durch das Grauen. Welche Hilfe kann der Buddhismus den gequälten Seelen anbieten?

Monychenda: Leiden ist Teil des Lebens. Der Buddhismus lehrt, dass sich alles in Wandlung befindet, nichts bleibt, wie es ist. In den 30 Jahren nach Pol Pot haben die Menschen schon viel vergessen. Die Zeit ist eine große Heilerin. Wenn sie vergeht, fühlen wir uns besser, werden glücklicher. Das verdanken wir dem Fluss der Zeit.

ZEIT: Westliche Hilfsorganisationen entsenden Psychologen nach Kambodscha, die helfen wollen, die Dämonen der Vergangenheit zu bändigen.

Monychenda: Die westliche Vorstellung von der Überwindung der Vergangenheit ist immer eine Erzählung über die Vergangenheit. Aber im Leben geht es um mehr. Das Leben geht weiter. Der Buddhismus hilft uns, in der Gegenwart zu leben.

ZEIT: Das klingt schön. Aber was heißt es? Für Menschen, die während der Herrschaft der Roten Khmer womöglich ihre ganze Familie verloren haben, ihre Kinder, Eltern, Onkel und Tanten…?

Monychenda: Vielleicht habe ich gestern meine Eltern verloren, und heute sind sie nicht mehr. Aber die Frage lautet: Sterbe ich mit ihnen, oder kann ich das Heute akzeptieren? Die Gegenwart ist wie ein großer Raum. Darin zu leben ist an sich schon Therapie. Eine mögliche Heilung liegt darin, den Menschen zu helfen, diese Gegenwart zu genießen.

ZEIT: Trauma heißt aber, dass das Böse der Vergangenheit immer neu einbricht in die Gegenwart.

Monychenda: Für das Erleben der Gegenwart muss ein Trauma keine Katastrophe sein. Ein Trauma kann auch benutzt werden, um weiterzuleben.

ZEIT: Wie geht es Ihnen selbst mit Ihren bösen Erinnerungen?

Monychenda: Natürlich träume ich noch immer von den Roten Khmer. Ich wache auf und bin nass geschwitzt und angsterfüllt. Zugleich aber bin ich auch die Person, die ich heute bin. Was wir heute sind, ist das Resultat von dem, was wir erlebt haben. Ich bin vollkommen damit einverstanden, mit meinen Erinnerungen zu leben.

ZEIT: Eine überwältigende Mehrheit der Überlebenden gibt indes an, unter Niedergeschlagenheit zu leiden, unter Hoffnungslosigkeit, Angstzuständen, Panikattacken, Gefühlen der Wertlosigkeit.

Monychenda: Der Buddhismus lehrt sie, das Trauma als Erlebnis anzunehmen.

ZEIT: Und was ist Ihnen dabei die juristische Aufarbeitung in Phnom Penh wert?

Monychenda: Die Juristen sollen zu Ende bringen, was sie begonnen haben – im Namen des Gesetzes.

Bretthauer: Ähnlich wie die Aufarbeitung des Traumas in westlichen Therapien als Schlüssel zur Überwindung des Traumas verstanden wird, so soll auch die juristische Aufarbeitung des vergangenen Terrors, Gerechtigkeit und Frieden bringen. Vom buddhistischen Standpunkt her verursachen beide Wege jedoch das Gegenteil: Leid und Unfreiheit in der Gegenwart. Mich wundert es nicht, dass Monychenda das internationale Tribunal in Phnom Penh mit größter Distanz betrachtet. Wie die übergroße Mehrheit des Landes.

ZEIT: Es gab zwei Millionen Tote. Reicht es, fünf oder sechs Menschen zur Rechenschaft zu ziehen?

Bretthauer: Auf Vergeltung hoffen, zur Rechenschaft ziehen - Susanne Mayer verharrt in der juristischen Hermeneutik des Abendlandes. Im Buddhismus geht es nicht darum, jemanden aktiv zur Rechenschaft zu ziehen. Monychenda’s Antwort verwundert demzufolge auch nicht…

Monychenda: Warum soll die Ermordung eines Menschen etwas anderes sein als die Ermordung von tausend? Und was die fünf Leute betrifft, deren Anklage die Richter nun vorschlagen, die haben vermutlich eigenhändig niemanden getötet.

ZEIT: Das klingt mehr als skeptisch. Welche Strafe droht den Tätern aus buddhistischer Sicht?

Monychenda: Die Missetäter werden in ihrem nächsten Leben in der Hölle wiedergeboren, in der Welt von Hunger und Übel, oder als Tiere.

ZEIT: Duch, der zum Christentum konvertiert ist, hat Reue bezeugt, geweint, um Vergebung gebeten.

Monychenda: Es heißt: »Er klagt im Heute und im Morgen, in beiden Welten klagt der Missetäter, der einsieht: Ich habe Böses getan. Er klagt, wenn er im Zustand des Jammers angekommen ist.«

ZEIT: Die internationale Gemeinschaft hat es sich viel Geld kosten lassen, den Prozess abzuschließen.

Monychenda: Das Problem ist doch: Beruht Ihr Konzept von Gerechtigkeit auf meinem Überleben, oder wird es mein Überleben gefährden? Wir in Kambodscha müssen zuallererst überleben, bevor wir Gerechtigkeit brauchen. Verstehen Sie? Sie in Europa leben, wir überleben mit Müh und Not. Sie konsumieren, wir essen.

Bretthauer: Ich habe zwei kambodschanische Freunde, die durch die Hölle der Khmer Rouge gingen und jeweils ihre ganze Familie verloren. Der eine ist arm, der andere mittlerweile steinreich. Beide versicherten mir, dass sie nie wieder über ihre Vergangenheit sprechen wollen und Glück und Zufriedenheit für sie darin besteht, das Grauen zu vergessen, um den Augenblick möglichst sorgenfrei zu erleben. Unabhängig davon, dass viele Kambodschaner noch heute tagtäglich um ihr Überleben kämpfen und wenige andere nicht - niemand hier in diesem Land hat ein ernsthaftes Interesse an Gerechtigkeit, die sich auf Vergangenheitsaufarbeitung stützt. Nach der Auffassung vieler sind es nicht die Menschen, die Geschichte schreiben, sondern das karmische Rad des Schicksals, dass sich immer wieder weiterdreht.

ZEIT: Gerechtigkeit ist ein hohes Gut.

Monychenda: Bei uns steht die Liebe an erster Stelle. Dann kommt das Mitleid. Dann der Gleichmut und erst dann Gerechtigkeit.

Bretthauer: In Kambodscha steht die Gegenwart an erster Stelle, dann kommt die Zukunft und zuletzt die Vergangenheit.

Das Gespräch führte Susanne Mayer

Quelle: DIE ZEIT, 29.07.2010 Nr. 31
Adresse: http://www.zeit.de/2010/31/Interview-Buddhismus

Monychenda Heng wurde 1959 in der kambodschanischen Stadt Battambang geboren, er war Mönch, als die Roten Khmer 1975 das Regime von Lon Nol stürzten und das Land einer kommunistischen Diktatur unterwarfen. Nach dem Sturz der Roten Khmer durch die Vietnamesen 1979 war Monychenda im Flüchtlingslager Site No. 2 an der thailändischen Grenze. Hier gründete er 1990 die Gesellschaft Buddhismus für Entwicklung, die er heute leitet. Sein Anliegen ist es, für sein Land einen buddhistischen Weg zu Frieden und Wohlstand zu finden. Er hat in Harvard Verwaltungsrecht studiert, spricht mehrere Sprachen und schreibt über den Zusammenhang zwischen Religion und Rechtsstaat. Buddhism for Development hat heute in Kambodscha sieben Standorte und 150 Mitarbeiter, die Zentrale liegt im Kloster Wat Anlongvil in Battambang

Fotonachweis:


Bastian Bretthauer, “Schlafender Mönch in einem Kloster in der Nähe von Battambang”, Kambodscha

Bastian Bretthauer, “Im Gespräch mit einem Mönch”, Phnom Penh, Kambodscha

Mittwoch, 18. August 2010

Mondulkiri - Mountains of the Mandala

Ganz im Osten Kambodschas, an der Grenze zu Vietnam, liegt Mondulkiri. Der Bus von Phnom Penh braucht, seit dem die Straße fast durchgängig asphaltiert wurde, noch immer 8 Stunden. Davor waren es 13! Mondulkiri ist Kambodschas größte Provinz und hat doch mit nur 4 Menschen pro Quadratkilometer die wenigsten Einwohner. Ein Paradies für Entdeckungsreisende und Ökotouristen, vorausgesetzt, man fährt zur richtigen Jahreszeit.

„So viel Staub sah ich noch nie!“ Meine Freundin T. erinnert sich noch mit einem ironischen Lächeln an ihre erste (und letzte!) Mondulkiri Reise im April vor einem Jahr, als die grünen Hügel verdorrt, die Wasserfälle ausgetrocknet und sich die rotbraunen Wege in Staubwüsten verwandelt hatten, deren Sand noch Wochen später in den Kleidern knirschte.

Wer kennt das nicht, das Gefühl, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein? Und wer nicht auf Staub steht, der sollte auf gar keinen Fall zwischen März und Anfang Juni nach Mondulkiri fahren. Wenn aber der Regen einsetzt, dann wird Mondulkiri grün. So grün, so grün, dass sich die wenigen Besucher, die auch Neuseeland kennen, an die sanften Hügel dieses fernen Landes erinnert fühlen und die vielen anderen an England & Wales.

Es gehört schon zu den besonderen Sinneswahrnehmungen in den Tropen, den heißen Ebenen zu entkommen und in die Berge zu fahren. Die Temperaturen beginnen merklich und auf wohltuendste Art zu sinken, der Baumbestand nimmt zu, und hin und wieder erinnern auffliegende Vögel daran, dass Kambodscha eine ausgesprochen große Biodiversität hat. Auch die Früchte der Felder ändern sich. Wechseln sich in den riesigen, flachen Ebenen lediglich Reisfelder mit Reisfeldern ab und Kokos- mit Zuckerpalmen, werden Augen und oft auch Gaumen in den Hügel- und Bergregionen durch Pfeffer-, Cashewnuss-, Erdbeer- und Kaffeeplantagen und Avocados erfreut, bevor endlich geschlossene, dichte Dschungel unterbrochen werden von Kautschuk- und vor allem Pinienwäldern, die für mich zu den großen Überraschungen in Südostasien gehören.

Mondulkiri – hat im übertragenden Sinn im Kambodschanischen die Bedeutung von “Mountains of the Mandala“. Runde, sanfte Hügel, über die der Wind und viele Monate der Regel streifen. Prächtige Aussichten bieten sich von den gerodeten Bergkuppen, die so weit wie das Auge reichen. Hier geht nicht die Welt zu Ende, sondern hier wird das Sehen grenzenlos. Sattgrünes Gras wächst auf dunkelroter Erde, selten haben sich zwei Farben so gelassen gepaart. Und die roten Wege sind fast immer leer.

Mondulkiris Bewohner, es sind nur 60.000, sind schon seit Urzeiten hier. Indigenious tribes, Bergmenschen, Pnong! Sie leben in Holzhäusern, neben denen riesige Jars stehen, aus Ton gebrannte Wasserbehälter, von denen angenommen wird, sie seien mehr als 1000 Jahre alt. Und mächtige Gongs hängen unter den Dächern und in Tempeln, deren Hall während der Zeremonien über die Hügel rollt. Die Jars und Gongs wurzeln tief in der spirituellen Welt der Pnong, so tief wie runden Mountains in den magischen Kreisen der Mandalas…

Die Fahrt von Phnom Penh nach Senmonorom, der größten „Stadt“ in Mondulkiri dauert 8 Stunden und kostet 7 $. Die Übernachtung im „Luxushotel Mondulkiri" haben wir uns nach dem Alptraum von Schlong für 15 Dollar „gegönnt“. Zu dem Höhepunkt einer Reise nach Mondulkirii gehört zweifelsfrei der Elefantentreck in den Dschungel, der zur Überraschung aller in einem gemeinsamen Baden von Elefanten und Touristen in einem wilden Wasserfall endete...

Dienstag, 10. August 2010

Chlong














Die alte Kambodschanerin, die uns noch am frühen Nachmittag die Türen zu ihrem herunter gekommenen Gasthaus „Mekong River“ geöffnet hatte, verwandelt sich in der Nacht in einen plagenden Geist. Einen hustenden, röchelnden und herumwandernden Poltergeist! Wir sind in Schlong.

Früher, so sagt mir mein Freund Thonevath, früher, da fuhren regelmäßig Dampfer, Frachtkähne und Postboote von Phnom Penh den mächtigen Mekong hinauf. Chlong lag auf ihrer Route, genauso wie die Provinzhauptstadt Kratsche, die noch heute Schaulustige anzieht wegen der Delphine, die in der diesigen Hitze über dem Mekong träge auftauchen, glucksen und schäumen.

Früher hielten die Schiffe auch in Chlong. Die kleine, elegante Stadt war verhältnismäßig reich und bekannt, nicht nur wegen ihrer malerisch sattgelben französischen Kolonialarchitektur, sondern auch wegen ihrer Papierfabriken. Hochwertige Papiere, Tapeten und Kuverts wurden hier aus Bambus gepresst. Doch nicht nur Papier ist vergänglich, es ist auch die Stadt, deren Schicksal es seit nunmehr fast 40 Jahren zu sein scheint, von der Landkarte zu verschwinden. Ein wertloser Fleck, von den Wirren des Krieges heimgesucht, entwurzelt und nicht wieder aufgewacht. Es ist nur der mächtige Mekong, der an Chlong ungebrochen, wie schon seit Urzeiten, weiterzieht.

Dass diese Reise in die Vergangenheit führt, hatte sich schon in Phnom Penh bei der Hotelsuche angedeutet. Das vor wenigen Jahren im alten Gouverneurspalast von Chlong neu eröffnete Boutique-Hotel „La Relais de Chhlong“ – Geheimtipp in der frankophonen Expatzene von Phnom Penh – war in keinem aktuellen Reisejournal mehr, und auch nicht im Internet zu finden. Als sich endlich, auf Umwegen eine Telefonnummer auftut, die zum Hotel zugehören scheint, meldet sich am Hörer ein kambodschanischer Rezeptionist, der mittlerweile am Meer in Kep arbeitet. Von Chlong mehr als 300 km entfernt. „Ja, das Hotel haben die Eigentümer aufgegeben. Nein, nein, ich weiß nicht, wer da heute wohnt. Wie viele Personen? Vier? Ach, kommen Sie doch lieber Kep!

Unser Taxi hält einen Tag später vor einer prächtigen Villa in Chlong. Leuchtend gelb stemmt sich das herrschaftliche Gebäude gegen den lehmigen Ufergrund. Durch den kurzgeschnittenen Rasen führt ein rot gefliester Weg. Die dunkelbraunen Fensterläden in den drei Etagen sind geschlossen. Im Swimmingpool blüht das Wasser grün, auf seinem Grund liegen Blätter und Algenschleier ziehen in der Tiefe.

„Na, sieht ganz so aus, als würden wir wirklich ein paar Monate zu spät kommen!“ Ich sehe meine deutsche Freundin an, die sich von ihrem Sohn Marten (13 Jahre) am Pool fotografieren lässt. „Ach was, lass uns doch mal nach hinten gehen!“ Auf meterhohen Büschen schweben tropische Blüten im Wind, die jeden botanischen Garten der Welt vor Neid erblassen lassen. Die tieferliegenden Wege zum Haus sind vom Regenwasser geflutet. Knietief versinken wir im Wasser, was besonders Martens Fantasie anregt. Doch das ist nur der Vorschmack auf einen düsteren Abend…

Aus dem hinteren Flügel der Villa taucht ein schläfriger kambodschanischer Wächter auf. Wir grüßen ihn freundlich und erkundigen uns nach den Eigentümern. Die hätten, so der korpulente Mann, dessen Haut in der Sonne glänzt, das Hotel vor 6 Monaten aufgegeben. Mich wundert es nicht, den ein Boutique-Hotel im Nirgendwo, zwischen einem längst vergangenem Gestern und unbestimmten Morgen, kann allein von Flüsterpropaganda nicht überleben. Der Wächter zeigt uns jetzt bereitwillig das Haus. Was für eine Abwechslung, mal wieder staunende Gäste durch die prächtigen Hallen zu führen. Die pompösen Zimmer lassen jeden Indochina-Traum wahrwerden. Eine zentimeterdicke Staubschicht wirbelt auf, als er die großen Flügeltüren zum Mekong hin öffnet, was für eine Aussicht, was für ein grandioser Untergang…

Die Aussicht auf den Mekong ist nicht minder beeindruckend, als wir zum frühen Nachmittag im Mekong River Guesthouse einchecken. Die beiden Unterkünfte dagegen spotten jedes Vergleiches. Schäbig sitzt das kambodschanische Holzhaus am Ufer des Mekong. Die alte Besitzerin ist froh über den unerwarteten und aus unserer Sicht unfreiwilligen Besuch. Sie freut sich wie eine Spinne, deren klebrige Fäden nur allzu lange mit dem Wind einsam spielten. Jetzt ist ein Braten da. 4 ahnungslose Touristen, die sich darauf verständigt haben, angesichts der Alternativlosigkeit zu Schlong eine Nacht in diesem Haus auszuhalten. Wir besichtigen die Zimmer, die sich wie in Kambodscha üblich, im ersten Stock des Pfahlhauses befinden, schon leicht angeekelt vom trüben Untergrund und deutlich geschockt vom Hofhund, der ein mächtiges, offenes Geschwür am Unterbauch mit sich herumträgt. Was für ein Leiden! Wieso bringt den niemand um?

Der Höflichkeit halber, sage ich der Wirtin, das Gasthaus sei schön, nur um sie im selben Augenblick zu bitten, die Zigarettenkippen und Bierflaschen unter dem Bett wegzuräumen und vielleicht die Spinnweben zu entfernen, die in ihrer Reichweite sind. Wenigstens erscheint die Bettwäsche unbenutzt. Wir nehmen den Jasmintee auf der Holzterrasse und entwickeln für Minuten eine Gefühl von Schönheit, weil wir direkt auf den braunen Mekong schauen, auf dem Bäume und Sträucher treiben.

Langsam senkt sich der Abend über den Fluss, ein leichter Regen setzt ein. Überhaupt scheinen das ganze Dorf und vor allem seine schlammigen Wege im Wasser zu ertrinken. Nicht nur der Regen, sondern auch der kranke Hund, der sich entsetzlich treu vor unsere Eingangstür gelegt hat, erstickt jeden Versuch, noch einmal einen Spaziergang zu unternehmen, in einem Gänseschauer.

Als es Nacht wird, und wir uns in einen unbestimmten Schlaf zu retten versuchen, wird die Wirtin ganz rege. „Der Herr haben weitere Wünsche?“ „Nein, vielen Dank!“ Eigentlich wollen wir nur unsere Ruhe haben. Und nach 5 Minuten erscheint sie wieder, dieses Mal nicht durch die Eingangstür, sondern durch eine Bodenlucke, die sich zur Überraschung aller knarrend in der Küche auftut. Im bleichen Licht der Energiesparlampe steht sie vor uns, wie ein Geist. „Nein, danke, was gibt es denn noch?“ Ich bitte meinen kambodschanischen Freund Vy der Frau endlich deutlich zu machen, dass wir nun die Etage gemietet hätten und sie nicht länger durch die Zimmer spuken soll. Vy, so zumindest sagt er uns, hätte es der alten Frau ganz klar gesagt, doch es ist Marten, der 15 Minuten später aus dem großen dunklen Holzsalon angerannt kommt und schreit: „Die alte Hexe kommt schon wieder!“ Wir stürzen aufgebracht im Salon, unser Aufgebrachtsein müsste auch dem Dümmsten auffallen. Die alte Frau, dieses Mal in einem fleckigen Nachtkleid, kramt Kissen aus einer Truhe hervor. Brabbelnd schlürft sie wieder vor die Tür, um sich direkt vor dem Eingang ihr Nachtlager zu bauen. „Wie, will die Hexe jetzt direkt vor unserer Tür schlafen?“ Der kranke Hund schlägt an, nebenan im Nachbarhaus, werden gerade Hühner geschlachtet. Marten ist völlig außer sich. Selbst mir ist es jetzt „zu viel Kambodscha!“

Ich gehe ins Bad, um zu duschen, doch schrecke zurück, weil im Wasserbassin kleine Fische schwimmen. Die Moskitonetze vor den beiden kleinen Fenstern sind zerfetzt. Diese Morbidität ist kaum auszuhalten. Als ich durch die regenfeuchte Küche wate, schiebe ich einen schweren Stuhl auf die Bodenlucke. Diese Luke kriegt sie niemals hoch. Drinnen verrammeln meine Freunde die zwei weiteren Türen und rücken schwere Tische von innen davor. Die Wirtin steht düster vor dem Fenster und schaut brabbelnd hinein. Dann hustet sie laut und spuckt ihre Aule in die Nacht.

Ich lege mich ins Bett, und schmunzele in mich hinein. Meine gezählte Tage in Kambodscha, meine Sehnsucht, noch einmal auf Wegen zu reisen, die mir nur vom Flüstern bekannt sind. Dazu gehörte auch diese Passage nach Chlong in der Monsunregenzeit. Und dann das Grenzwertige dieses Ortes, das Verkommene und Kranke, wie wohl meine deutschen Freunde in dieser Nacht schlafen werden…

Doch plötzlich fällt mir ein, dass wir noch gar kein Taxi für morgen organisiert haben. Ich fahre hoch und renne ins Nachbarzimmer, um Vy zu fragen. Dieser sagt, die Wirtin wüsste schon Bescheid und wolle sich gleich morgen früh kümmern. Irgendwann falle ich in einen leichten Schlaf, in dem sich das Ächzen des Hauses im Wind und der trommelnde Regen mit den ekelerregenden Bildern des Tages verbinden. Das kranke Tier, die zahnlose Alte, der Müll auf den Straßen und der braune Sumpf. Ich stelle den Deckenventilator ab, nicht das mir noch in der Nacht eines der vielen Spinnweben von oben auf das Gesicht wedelt. So viel Gruft war noch nie.

Gegen drei Uhr morgen kracht es unter dem Haus, als wäre ein Lastkraftwagen ins Gebälk gefahren. Alle fahren hoch. Ein Poltergeist? Hunde schlagen an, Stimmen. Ein Moped knattert davon. Ich ziehe mir die Decke über den Kopf. Meine Tür ist von innen verriegelt. Nein, ich will jetzt nicht aufstehen, ich will jetzt nicht schon wieder diesem Monstrum gegenüberstehen. Türen rütteln, dann Ruhe…

Als die Morgendämmerung über den Mekong kriecht, werde ich von ihrer schnarrenden Stimmer geweckt. Sie steht, weniger als einen Meter von meinem Bett entfernt, direkt vor meinem Fenster, klammert sich an seine Eisengitter und ächzt in meinen Raum hinein: „Der Herr, ihr Taxi ist schon weggefahren…“ Es ist 5.30 Uhr.

Das glaub ich nicht! Ich reiße meine Kamera hoch und knipse ein Foto von ihr. In manchen Kulturen, so erinnere ich aus meinem ethnologischen Studium, kann man mit Fotos die Seelen von Menschen töten…